
Vereinshistorie
Die Geschichte unseres Vereins reicht bis in den August 1946 zurück. Damals - zur Zeit der Bodenreform - wurde eine ehemalige, etwa 4,1 ha große Pferdekoppel des ehemaligen Dittmannsdorfer Lehngutes von der sowjetischen Verwaltung an die Gemeinde Dittmannsdorf übergeben. Heute zeugen noch unsere beiden erhaltenen Wassertröge von der ehemaligen landwirtschaftlichen Nutzung unseres heutigen Vereinsgeländes.
Unsere Kleingartenanlage besteht seit dem 03. August 1946. Sie wurde damals in 93 Parzellen aufgeteilt und von 145 Mitgliedern bewirtschaftet. Jedoch erst im Jahre 1955 konnte unser erster Vereinsvorsitzender, Richard Schellberg (Vorsitzender von 1955 bis 1968), nach einem offiziellen Beschluss auch den Namen „Morgensonne“ verkünden.
In den Jahren zwischen 1946 bis etwa 1970 dienten die Kleingärten ausschließlich der Verbesserung der Grundversorgung. Es wurden vorwiegend Kartoffeln, Gemüse, Beeren und Obst für den Eigenbedarf sowie Futtermittel für die Kleintierhaltung angebaut. In einigen Gärten fanden sich auch Raps, Mohn oder Flachs bzw. Lein. Deren Ernten wurden dann in die Dittmannsdorfer Ölmühle der Familie Kluge gebracht, wo man bis 1962 aus den Samen Öl herstellte. Ein weiterer Dittmannsdorfer, welcher die Kleingärtner tatkräftig unterstützte, war der Dorfschmied Willy Hähnel (rechts im Bild). Er half früher so manchem Gartenfreund bei schier unlösbaren Materialproblemen...
Unter der Leitung unseres zweiten Vereinsvorsitzenden, Max Richter (Vorsitzender von 1969 bis 1991), erlebte unser Verein in den 1980er Jahren eine wahre Blüte. Vor allem durch seinen unermüdlichen Einsatz wurden u.a. eine Elektrizitätsversorgung und die Wasseranlage errichtet, wodurch die Gartenarbeit deutlich erleichtert und das Gartenleben verschönert wurden.
Generell erlebte unser Verein gegen Ende der 1970er und zu Beginn der 1980er Jahre einen wahren Bauboom. In vielen Gärten wurden Fertigteillauben und auch stabile Steinlauben förmlich aus dem Boden gestampft, sodass die Gärten immer mehr für Erholungszwecke genutzt wurden und bei vielen der Wunsch nach einem „Häuschen im Grünen“ entstand. Ob für den Kaffeeklatsch mit Freunden oder den erholsamen Aufenthalt im eignen Garten, eine kleine Laube oder ein Bungalow fand sich bald in vielen unserer Parzellen. Schon damals durfte das Bauwerk jedoch eine Größe von 25 Quadratmetern nicht überschreiten. Aus Altersgründen wurden in dieser Zeit zudem viele Gärten an die Kinder weitergegeben. Auch Gartenfreunde von außerhalb, vor allem aus dem damaligen Karl-Marx-Stadt, entdeckten in dieser Phase ihr Interesse für einen Kleingarten. In den 1980ern wurde auch unser heutiges Vereinsheim errichtet, welches auch heute noch durch den Vorstand, für Mitgliederversammlungen, für Vereins- oder private Feierlichkeiten rege genutzt wird.
1992 - nach der politischen Wende in Deutschland - wurde unser Verein, nunmehr geführt durch Alfons Finsterbusch (Vorsitzender von 1992 bis 2007), in das Vereinsregister aufgenommen. Unser Verein bekam eine eigene Satzung und erhielt als nunmehr eingetragener Verein (e.V.) die Gemeinnützigkeit zugesprochen. Das seit der Wende auch für uns geltende Bundeskleingartengesetz verlangte weiterhin, dass die kleingärtnerische Nutzung oberste Priorität haben muss. Mit ca.70 Mitgliedern gehören wir zudem dem Landesverband Sächsischer Kleingärtner e.V. (LSK) an. Auch in den 1990er Jahren warteten viele neue Aufgaben auf die Gartenfreunde. So wurden u.a. die Parkflächen vergrößert, die Wasseranlage saniert, der Außenzaun der Gartenanlage erneuert und die Elektroanlage auf einen modernen Stand gebracht.
Seit 1998 verfügen alle Gärten über einen Wasser- und Stromanschluss – Gärtnern leicht gemacht also...! Der Rasen wird nicht mehr mit der Sense sondern mit dem Rasenmäher gepflegt. Viele Elektrogeräte halten im Garten Einzug, wodurch die Arbeit sehr erleichtert wird und mehr Zeit zur Entspannung und für Grillpartys bleibt.
Ach die kleinsten Dittmannsdorfer aus der Kindertagesstätte „Zwergenland“ bewirtschaften seit 2006 in Parzelle Nr. 3 einen Kleingarten in unserer Anlage. Am meisten Freude bereitet den Kindergartenkindern natürlich immer das Ernten. Am liebsten werden die reifen Früchte gleich an Ort und Stelle verzehrt…
Seit 2016 ist Steve Süsser Vorsitzender des KGV Morgensonne e.V. und seitdem der jüngste Vorsitzende eines Kleingartenvereins innerhalb des Verwaltungsbereichs des Regionalverbands der Gartenfreunde Freiberg e.V. Unter seiner Leitung wurden 2019 die Gärten Nr. 1 und 2 aus unserer Gartenanlage ausgegliedert und an die Gemeinde Gornau zurückgegeben. Die Nutzung dieser Flächen erfolgt seitdem durch die Kindertagesstätte Zwergenland und wird schrittweise zu einem Spieleparadies für die Kleinsten umgestaltet.
Als bisher letztes größeres Bauvorhaben wurde 2020 der große Wasserbehälter im oberen Bereich unserer Anlage grundlegend saniert, um eine Nutzung für die nächsten Jahre abzusichern. Dieser ist für die Wasserversorgung der beiden Dittmannsdorfer Gartensparten Morgensonne und Erholung unverzichtbar. Auch einige Anwohner sowie Kirche und Friedhof beziehen Wasser aus diesem Behälter.




